Hans Robert Jauß

Jugend, Krieg und Internierung
1. Aufl. 2016, 367 Seiten, 61 s/w Abb., kart., EUR 29.90 / CHF 36.80
ISBN: 978-3-86253-082-3

Über das Buch

Er war Literaturwissenschaftler, Romanist, Mitbegründer der Forschungsgruppe »Poetik und Hermeneutik« – und Mitglied der SS: Hans Robert Jauß. Jens Westemeier arbeitet die Vergangenheit dieses ebenso prominenten wie ambivalenten deutschen Wissenschaftlers auf, der sein Fach im 20. Jahrhundert geprägt hat wie kein zweiter.
Groß war das Entsetzen, als in den 1980er Jahren bekannt wurde, dass Hans Robert Jauß sich 1939 freiwillig zur Waffen-SS gemeldet und dort eine erste Karriere gemacht hatte. Jauß galt als einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftler und als einer der bedeutendsten Romanisten des 20. Jahrhunderts. 1966 gehörte er zu den Gründungsprofessoren der Reformuniversität Konstanz. Die von ihm entworfene Rezeptionsästhetik erlangte Weltruhm. Daher war die Entdeckung seiner NS-Vergangenheit ein echter Skandal, der durch die Erkenntnis, dass Jauß weder in der Waffen-SS noch in der Hitlerjugend ein einfacher Mitläufer war, sondern in beiden NS-Organisationen Führungspositionen mit Führungsverantwortung innehatte, umso irritierender wurde. Der ehemalige SS-Hauptsturmführer war jedoch nicht bereit, seine erste Karriere in der Öffentlichkeit zu diskutieren und flüchtete sich stattdessen in Lügen und Verharmlosungen.
Es ist längst an der Zeit, das Vorleben von Hans Robert Jauß im Dritten Reich so umfassend darzustellen, wie es die Quellenlage erlaubt. Der Historiker Jens Westemeier erforscht anhand zahlreicher bislang unbekannter Dokumente, wie es zu der geteilten Karriere des Wissenschaftlers und SS-Mannes kommen konnte. Er unternimmt dabei eine Reise in die Vergangenheit – und wieder zurück in die Gegenwart. Westemeier zeichnet die SS-Karriere von Hans Robert Jauß sowie Phasen der bis heute andauernden Diskussion über diese Vergangenheit nach und setzt sich historisch präzise mit dem schweren Erbe auseinander, das der berühmte Romanist hinterlassen hat. Sein Buch ist die lang erwartete umfassende Studie, um es historisch differenziert zu betrachten.

Inhalt

Westemeier leistet "Pionierarbeit", so die SZ. Die Buchbesprechung vom 19.9.2016 können Sie hier nachlesen. Als "wichtige Grundlage" für "jede weitere Beschäftigung" mit Hans Robert Jauß bezeichnet die NZZ Westemeiers Buch. Hier geht es zu vollständigen Besprechung vom 26.10.2016.

Leseprobe

Pressemeldungen

Südkurier, 31.12.2016

 

Man könne "nur hoffen", so Rezensent Ernst Köhler, "dass die profunde, sorgfältig aus den verfügbaren Quellen gearbeitete Studie auch durchdringt"

NZZ, 26.10.2016

 

Als "wichtige Grundlage" für "jede weitere Beschäftigung" mit Hans Robert Jauß bezeichnet die NZZ Westemeiers Buch. Hier geht es zur vollständigen Besprechung.

FAZ, 07.10.2016

„Wohltuend sachlich und penibel dokumentiert“ findet Werner von Koppenfels die Studie von Jens Westemeier und lobt, „dass wir nun mehr über diesen spektakulären Fall" wissen.

SZ, 19.09.2016

Westemeier leistet "Pionierarbeit", so die SZ. Die Buchbesprechung vom 19.9.2016 können Sie hier nachlesen.